Leipzig – Mein Leipzig lob ich mir

Philipp
April 4, 2016
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Egal wie man in Leipzig ankommt, mit Bahn, Auto oder Bus unwillkürlich landet man im einzigartigen Innenstadtring und ist sofort ist von der gelungenen Symbiose von gut erhaltenen, restaurierten Gebäuden mit neu Gebautem fasziniert. Man spürt, dass man sich am Puls der Stadt befindet. Ein Tag ist sicher viel zu knapp bemessen um alles Sehenswerte besucht zu haben, doch man kann es versuchen. Vielleicht ist zur Einstimmung ein kleiner Stadtrundgang genau das Richtige, denn die meisten Sehenswürdigkeiten sind durchaus fußläufig zu erreichen.

Wenn der kleine Spaziergang am Augustusplatz beginnt, beginnt er auch gleich mit zwei großen Institutionen der Stadt. Der Oper, ein 1960 fertiggestellter Neubau im poststalinistischen Klassizismus erbautes Haus mit einem weit über die Grenzen unseres Landes reichenden sehr guten Ruf und dem Gewandhaus. Das Gewandhaus ist die Heimat des weltberühmten Gewandhausorchesters und gehört zu den Top-Orchestern in dieser Welt. Doch spazieren wir die Grimmmaische Straße entlang, vorbei an der Stelle, an welcher die alte Paulinerkirche stand, die in den sechziger Jahren von den Kommunisten gesprengt wurde und an der jetzt ein Neubau steht, der in seiner Architektur an das alte Gebäude erinnert. Vor uns liegt eine üppige Fußgängerzone, die sich über mehrere Straßenzüge erstreckt und in der zahllose Geschäfte, Warenhäuser und Einkaufstempel jeder Art zum Shopping einladen. Man läuft auf historisch bedeutsamen Pflaster vorbei an der berühmten Nikolaikirche, in der das Ende der DDR mit Friedensgebeten eingeläutet wurde und man trifft auf das Alte Rathaus. Das Alte Rathaus ist ein Renaissancebauwerk, welches seines gleichen sucht und heute zu einem Besuch eines im Inneren befindlichen Stadtgeschichtlichen Museums einlädt.

Historische Gebäude sind in großer Zahl zu entdecken, sei es die Alte Waage, die Handelsbörse oder die verschiedenen ehemaligen Handelshöfe wie den bekannten Barthelshof oder der Mädlerpassage. Patrizierhäuser liebevoll rekonstruiert gepaart mit Messehäusern aus der großen Zeit der Leipziger Mustermessen und vieles Neues lassen einen Spaziergang kurzweilig werden, den man natürlich mit einem Besuch der Thomaskirche, die Heimat des Thomanerchores und Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach komplettieren sollte. Sollte man nun Hunger verspüren, so ist man geradezu aufgerufen den durch Goethe berühmt gewordenen historischen Auerbachs Keller aufzusuchen, in dem Goethe nicht nur selbst gezecht hat, sondern in dem er Mephisto auf einem Weinfass die Türe hinausreiten ließ. Frisch gestärkt bietet sich im Sommer nun ein Besuch im Leipziger Zoo an, welcher gerade in den letzten beiden Jahrzehnten eine umfangreiche Neugestaltung erfahren hat. Der Leipziger Zoo genießt einen äußerst guten Leumund und man kann seine Beliebtheit ohne Weiteres an den Besucherzahlen ablesen. Wenn es die Zeit erlaubt würde sich anschießend auch ein Besuch des Völkerschlachtdenkmals anbieten, welches an die bei Leipzig im Jahre 1813 stattgefundene Völkerschlacht erinnert. Es ist 91 m hoch und eines der markantesten Wahrzeichen Leipzigs und eines der höchsten Denkmäler Europas. Hat man Leipzig jetzt gesehen? Ja hat man! Nein hat man nicht!

Es gibt noch viel zu erleben und zu sehen, abhängig von der Jahreszeit sind das die Buchmesse, der Weihnachtsmarkt, der Freizeitpark Belantis, das Panometer mit Assisis Panoramabildern, Kneipenmeilen mit einem einzigartigen Nachtleben, Restaurants in luftigen Höhen, das Bachfest, Museen in üppiger Zahl, Parks und verschiedene Grünanlagen zum Relaxen. Kommen Sie einfach wieder, denn um es mit Goethe zu sagen:„ Mein Leipzig lob ich mir.“

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig

Philipp
September 4, 2013
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Die Befreiungskriege erreichten Ihren Höhepunkt und Napoleons Armee wurde eine schwere Niederlage herbeigeführt. Im Oktober des Jahres 1813 trafen die Großmächte Russland, Preußen, Österreich und Schweden auf die napoleonische Armee. An dieser, bis dahin größten Massenschlacht in Leipzig, nahmen fast eine halbe Million Soldaten aus ganz Europa teil. Im verlauf der Schlacht starben mehr als 120.000 Menschen und diesen sollte ein Denkmal gesetzt werden. Ein weiterer Grund für die Errichtung war natürlich die Befreiung von der französischen Besatzungsmacht. Auch der Wunsch nach einem Deutschen Nationalstaat spielte bei den Überlegungen zum Denkmalbau eine nicht unwesentliche Rolle.
Ein Leipziger Architekt, Clemens Thieme, übernahm die Initiative und gründete den Verein „Deutschen Patriotenbund“ im Jahre 1894. Der Verein erreichte um 1908 eine Mitgliederzahl von 90.000 Menschen.
Im Jahr 1898 begannen die Bauarbeiten welche 1913, also genau 100 Jahre nach der Völkerschlacht, ihr ende fanden. Die Bauweise und die gigantisch anmutende Form des Bauwerkes entsprechen dem Zeitgeist und sollten die nationale Größe, Ehre und Verteidigungskraft symbolisieren. Mit 300.000 Tonnen Gesamtgewicht und die Kosten von Sieben Millionen Reichsmark ist dieser Gigant das mächtigste intakte Bauwerk in und um Leipzig.
Wer die 500 Stufen von der Wasserfläche bis zur obersten Aussichtsplattform geschafft hat erblickt ein herzliches Panorama über Leipzig und sein Umland. Das mittlerweile zum Wahrzeichen gewordene Denkmal ist Anziehungspunkt für jeden Leipzig Besucher und gleichzeitig gern genutzter Veranstaltungsort. Trotz der stattfindenden Sanierungsarbeiten bleibt der Koloss begehbar und enthüllt zudem seine einstige Pracht immer mehr.